SEKTION NS: BESCHREIBUNG PunBlue.gif (167 bytes) WETTBEWERBE PunBlue.gif (167 bytes) GALERIE PunBlue.gif (167 bytes) KONTAKT

XIII. WELTMEISTERSHAFT NAVIGA
Sektion NS- Schiffmodelle,
Klassen F, DS, NSS

Bericht NS Weltmeisterschaft 2003

Die Weltmeisterschaft der Sektion NS 2003 wurde vom Verein Miniflotte 44 des Französischen Mitgliedsverbandes FFMN ausgerichtet. Das Gelände wurde von der Gemeinde St. Julien de Concelles in der Nähe von Nantes freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Es ist ein Freizeit und Erholungsareal mit einem verzweigten Teich, gut für diese Zwecke geeignet, wenn auch etwas windanfällig, was einen Nachmittag zur Verschiebung der angesetzten Läufe führte.

Die Unterbringung und gleichzeitig Ausstellung der Schiffe, die auch der Allgemeinheit zugänglich war, erfolgte in einem riesigen Doppelzelt direkt am Gelände. Die Aufstellung der Modelle in dem Zelt war für alle Teilnehmer verpflichtend, was auch bereits in der Ausschreibung stand. In der Nacht wurde das Zelt von einer Security Firma bewacht und es gab in dieser Hinsicht keine Probleme. Seitens der Teilnehmer wurde allerdings die fehlende Absperrung für die Besucher beanstandet. Durch die große Anzahl der ausgestellten Modelle war allerdings eine Sicherheitsabsperrung zu den Besuchern nicht realisierbar, es wurden aber Mitglieder der Miniflotte 44 beauftragt, darauf zu achten, dass seitens der Zuschauer keine Berührung der Modelle erfolgte, was aber besonders bei Kindern nicht immer erfolgreich war.

Ein großer Nachteil der Zelte zeigte sich aber im Verlaufe der Weltmeisterschaft. Da das Wetter in dieser Zeit extrem heiß wurde, war es dann nachmittags in den Zelten unerträglich, was besonders für die Bewertungsrichter und für das Personal des Büros erschwerte Arbeitsbedingungen bedeutete. Für die Wertungsrichter wäre es aber sicherlich möglich gewesen, die Bewertung der Modelle im Freien im Schatten vorzunehmen, was aber trotz entsprechendem Vorschlag nicht gemacht wurde.

Gut organisiert war auch die Versorgung der Teilnehmer und Judges zu Mittag am Gelände durch eine Feldküche direkt neben dem Ausstellungszelt.

Mittelpunkt der ganzen Organisation war Jean Luc Derouin, der alles und jedes machte und für fast alles verantwortlich war, mit der Folge, das er nie für etwas Zeit hatte, ohne x-mal unterbrochen zu werden. Auf alle Fälle muss er hervorragende Nerven besitzen, da er das die ganze Zeit durchgehalten hat und kaum Fehler machte. Ihm muss jedenfalls in hohem Maße Dank gesagt werden, denn ohne ihn wäre die ganze Veranstaltung nicht gelaufen.

Am ersten Tag der WM gab es ein Problem mit der Einteilung der Klassen zu den 2 Startpontons. Es steht wohl im Regelwerk, dass an 2 Startstellen gleichzeitig gestartet werden kann, nicht aber, dass, konform mit der bisher üblichen Vorgangsweise eine Klasse ungeteilt an einem Startplatz abgehalten werden soll. Seitens des Veranstalters war aber ein gleichzeitiger Start einer Klasse an beiden Startstellen geplant und der komplette Zeitplan und die Einteilung der Schiedsrichter und vor allem auch der Quarze darauf abgestimmt. Der Veranstalter war auf keinen Fall bereit, von seiner Einteilung abzugehen, da er in diesem Falle alles neu einteilen hätte müssen. Nach 3 stündigen harten Verhandlungen, in denen seitens des Sektionsleiters verschiedene Alternativen angeboten wurden, blieb mir, um die Veranstaltung zu retten, nichts anderes übrig, als der vom Veranstalter vorgeschlagenen Einteilung zuzustimmen. Ich muss aber aus meiner Sicht sagen, dass diese Aufteilung gar nicht so schlecht war und zwar aus folgendem Grunde: da hier die Windbedingungen relativ schnell und stark wechselten, hätten die Teilnehmer bei doppelt so langer Dauer eines Laufes wesentlich unterschiedlichere Bedingungen vorgefunden. Es müsste aber im Regelwerk verankert werden, dass die Teilnehmer beim nächsten Lauf den Startplatz und damit die Schiedsrichter, die manchmal doch unterschiedlich werteten, zu wechseln. Eine Alternative für kürzere Dauer ist allerdings auch die bei vielen Startern bisher angewandte Praxis, nämlich das gleichzeitig zeitversetzte Fahren von 2 Schiffen im Kurs, was aber auch vom Veranstalter mit der Begründung der gegenseitigen Behinderung abgelehnt wurde.

Es hat sich bei dieser Veranstaltung deutlich in mehreren Fällen gezeigt, falls ein Veranstalter, der nicht mit den momentan üblichen Gepflogenheiten gut vertrat ist, verschiedene Sachen anders und trotzdem Regelkonform machen kann! Auch stellte sich heraus, dass es für einen Sektionsleiter (und auch Schiedsrichter) sehr schwer ist, falls das Regelwerk nicht in seiner Muttersprache verfasst ist, Feinheiten in der Ausdrucksweise, die aber manchmal sehr wesentlich sein können, genau zu erfassen. Daher wird es notwendig sein, gewisse Präzisierungen im NS Regelwerk vorzunehmen, um andere Auslegungen zu unterbinden.

Ein Problem gab es bei der Klasse F7 mit der Zuordnung eines Modells, das von einzelnen Schiedsrichtern als nicht Regelkonform eingestuft wurde und zwar mit der Berufung auf sogenannte maritime Szenen (was aber so gar nicht in der Definition der Klasse steht). Erst durch den Entscheid des Hauptschiedsrichters wurde der Start ermöglicht, denn wäre es nach dem Leiter der Wertungskommission gegangen, wäre das Modell gar nicht angenommen worden. Die Folge davon war letztendlich, dass das die Präsentation mit diesem Modell extrem niedrig bewertet wurde, allerdings vollkommen zu Unrecht, da eigentlich alles einwandfrei funktionierte, sehr zum Unterschied vieler anderer Präsentationen. Aber ein Protest gegen eine Wertung der Kommission ist ja nicht möglich!!?? Falls ein Modell den Klassenbestimmungen entspricht - das hat entweder der Hauptschiedsrichter oder die Jury zu entscheiden -, dann hat es auch entsprechend gewertet zu werden und nicht mit Abzügen, weil es einzelnen Schiedsrichtern nicht genehm ist.

Im Laufe der WM gab es eine für alle Teilnehmer offene Sitzung der Sektion mit eher schwacher Beteiligung, bei der über verschiedene Regelfragen diskutiert wurde und auch kleine Änderungen beziehungsweise Richtigstellungen beschlossen wurden.

Am folgenden Tag fand dann die offizielle Sektionssitzung statt. Bei der Wahl des Sektionsleiters gab es außer dem amtsführenden Sektionsleiter keinen Kandidaten und Herr Tomasek Martin wurde einstimmig wieder gewählt. Er sagte, er werde die Sektion in der bisherigen Weise weiterführen. Außerdem haben sich bei dieser Weltmeisterschaft gewisse Schwachstellen in den Regeln gezeigt und es werde Aufgabe der Sektion sein, das zu korrigieren.

Es zeigte sich auch, dass es am Regelwerk der Klasse NSS, die diesmal zum ersten Mal im Rahmen einer Weltmeisterschaft als internationaler Wettbewerb gefahren wurde, noch einiges zu arbeiten ist.

Abschließend muss gesagt werden, es war eine sehr gute Weltmeisterschaft und es hat mich persönlich sehr gefreut, dass Frankreich nach einer gewissen Zeit der Zurückhaltung wieder eine Weltmeisterschaft organisiert hat und es hat die große Anzahl der Teilnehmer gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war. Es konnten sicherlich auch seitens der Sektion einige neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt werden.

Ich möchte mich daher nochmals im Namen aller Teilnehmer und auch im Namen des Präsidiums der Naviga bei allen, die hier sehr viel Arbeit geleistet haben und auch bei denen, die durch die Bereitstellung der Möglichkeiten zum guten Gelingen dieser Weltmeisterschaft beigetragen haben, herzlich bedanken.

H. Tuerk
Navigavertreter.