World Organisation for Modelshipbuilding and Modelshipsport
Weltorganisation für Schiffsmodellbau und Schiffsmodellsport
Fédération Mondiale de Modélisme Naval et de Modélisme Sportif

DOKUMENTE/DOCUMENTS

 Bericht von den Europameisterschaften der FSR-Gruppe Belchatow 1999

In den Tagen vom 1. bis zum 7.8. 1999 fanden in Belchatow/-Polen die IV. Europameisterschaften in den FSR-, V-, und H-Kategorien statt und zum ersten Mal präsentierten sich die Offshore-Klassen. Der Wettbewerb verlief in einem Erholungsgebiet auf dem Gelände des Kraftwerkes Belchatow. Die Veranstalter haben die Rennbahn mit der Wasserfläche sehr gut vorbereitet; alle Wettkämpfer haben das großzügig angelegte Startmolo mit der Tribüne gelobt. Auch für die benötigte Infrastruktur, besonders das schöne Hotel Wodnik, wurde gut vorgesorgt. Hier liefen gleichzeitig ohne weitere Probleme die Präsentation sowie die Übernahme der Modelle über die Bühne. Es waren im Ganzen 62 Modelle in den Junioren- und 196 Modelle in den Seniorenkategorien registriert, insgesamt aus 14 Staaten.
Nach der feierlichen Eröffnung am Samstagabend, an dem außer den offiziellen Teilnehmern auch die LOK-Repräsentanten, die Sponsoren sowie die Kraftwerkleitung teilnahmen, liefen die Wettkämpfe seit dem frühen Sonntagmorgen auf vollen Touren.
    Die Ausscheidungsrennen verliefen laut Zeitplan, die Wasserfäche war verhältnismäßig ruhig und so wurden gute Resultate erzielt. Störend wirkte nur ein Boot für das Wasserskilaufen, das den Wettstreitern mehrmals unerwartete Wellen bereitete; Probleme hatten vor allem die Wettkämpfer der Hydro-Kategorie. Die Veranstalter und der Hauptschiedsrichter versuchten, mit dem Betreiber eine Änderung der Skibahn abzumachen; schließlich haben die Betreiber die Betriebszeit des Bootes für den Finaltag gekauft und das Problem war gelöst. Nur an einem Tag (Freitagnachmittag) befanden sich die Wellen bei den Offshore-Kategorien durch stärkeren Wind an der Rechtmäßigkeitsgrenze , das darauffolgende zweite F1V15-Ausscheidungsrennen mußte bereits unterbrochen und später wegen unregulären Wasserverhältnissen annulliert und auf den Morgen des nächsten Tages verlegt werden.
    Die technische Sicherung des Wettkampfes von Seiten des LOK-Betreibers funktionierte sehr gut, auch die Rundenzählung durch das eigene "Made in Poland"-Programm verlief problemlos. Dem Veranstalter stand genug Personal zur Verfügung und das gesamte Team unter der Leitung von Mgr. Melion machte den routinierten Eindruck, einen so großen Wettkampf nicht zum ersten Mal zu veranstalten.
    Zum glatten Verlauf der Meisterschaften trugen in entschiedenem Maße die Schiedsrichter bei. Selten wird bei Schiedsrichtern auf einer Meisterschaft eine derartige Teamarbeit gesehen, wie sie hier unter der Leitung von Herrn Schaft vorgeführt wurde. Auch wenn manchmal unterschiedliche Ansichten auf die Bewertung einer Lage aufgekommen sind, wurde das Problem immer vom Schiedsrichterteam diskutiert und die Entscheidungen wurden meistens vom verantwortlichen Leiter des Startgeländes mitgeteilt. Als Maßstab für die Arbeit der Schiedsrichter dient auch die Tatsache, dass die Jury offiziell keinen Protest beurteilen musste.
    Der Veranstalter bereitete für den freien Tag ein Ergänzungsprogramm vor; entweder die Besichtigung des Kraftwerks Belchatow einschließlich der Bergwerke oder einen Ausflug nach Czenstochowé. Auch die Sitzung der Sektion hatte einen ruhigen und sachlichen Verlauf, die Veranstalter ermöglichten dank der technischen Ausstattung des Hotels auch die Präsentation auf den NAVIGA-Internetseiten.

Das vielleicht einzige ernstere Problem der Meisterschaften (außer dem bereits erwähnten Boot) war das vereinzelte gegenseitige Stören , das (meines Erachtens nach unnötig) einige Wettkämpfer ausscheiden ließ. Persönlich bin ich der Meinung, dass die sog. Geheimfrequenzen oder Kristalle keine Zukunft haben, denn dadurch geht die notwendige Selbstkontrolle verloren. Kein auch noch so undisziplinierter Wettkämpfer würde sein ihm zugeteiltes Kristall gegen eines eintauschen, das bereits in seinem Ausscheidungsrennen besetzt ist. Eine Erwägung wert wäre eventuell auch, eine minimale Abstandsfrequenz bei den Ausscheidungsrennen in die Regeln zu übernehmen, mindestens jeden zweiten Kanal (in der M-Gruppe funktioniert dies bereits erfolgreich). Unter Gültigkeit dieser Regel sowie unter Toleranz mancher Kristalle hätte hier so mancher Wettkämpfer nicht vorzeitig sein Rennen abbrechen müssen (durch den Scanner wurde nachträglich festgestellt, dass manches Kristall auch die Nachbarfrequenzen beeinflusst hat).
    Die Finalrennen vom Samstag verliefen einschließlich der Beglaubigung der Motoren der Sieger problemlos, und so setzte die abendliche Abschlusszeremonie mit der Verkündigung der Ergebnisse einen Schlusspunkt hinter die gelungenen Europameisterschaften. Ich möchte mich noch einmal im Namen des NAVIGA-Präsidiums bei den Veranstaltern der LOK unter der Leitung von Mgr. Rozmus für die sowie vom sportlichen als auch gesellschaftlichen Standpunkt her ausgezeichnete Organisation der Meisterschaften bedanken.

Vratislav Svorcik